Elvira Rich-Armas verabschiedet sich

Kehler Gemeindereferentin geht in den Ruhestand

Kehl. Im Rahmen eines stimmungsvollen Gottesdienstes wurde die Gemeindereferentin Elvira Rich-Armas am Samstag, 10. Oktober, in den Ruhestand verabschiedet. 

Die scheidende Gemeindereferentin Elvira Rich-Armas (Mitte) wurde mit Blumen und Dankesworten verabschiedet von (von links) Helga Schmidt, Anni Fischer, Pfarrer Karlheinz Kläger, Pfarrer Andreas Bordne, Diakonin Ulrike Grössel und Pfarrer Alois Balint.
 
Die Kirchengemeinde Mittlere Ortenau ließ die gebürtige Freiburgerin, die in Kehl rund 25 Jahre gewirkt und dabei bedeutende Impulse gesetzt hat, nur ungern ziehen. „Du hast viel gesät“, betonte der stellvertretende Pfarrer Karlheinz Kläger im Rahmen des Gottesdienstes in der katholischen Kirche „St. Maria – Königin des Friedens“ . „Du hast Menschen begleitet, gestützt, Ideen eingebracht und Glauben lebendig werden lassen.“
 
Elvira Rich-Armas deckte ein breites Aufgabenfeld ab. Sie stand Gottesdiensten vor, unter anderem auch in Pflegeheimen und im Krankenhaus, leitete Trauergruppen, ging auf Hausbesuche, spendete die Krankenkommunion und führte Beerdigungen durch. Viel mit Kindern arbeitete sie in Krabbel- und Familiengottesdiensten, in der Vorbereitung auf die Taufe, bei den ökumenischen Kinderbibelwochen, im Religionsunterricht oder zur Erstkommunion. Sie ermöglichte Exerzitien im Alltag und Tage der Stille im Kloster Carmel de la Paix im Burgund.
 
Elvira Rich-Armas erinnerte in ihrem letzten Gottesdienst in unserer Pfarrei an die Rolle der Diakoninnen in der frühen Kirche.
Die Gemeindereferentin schrieb auch das „Wort zum Sonntag“ für die Kehler Zeitung, engagierte sich in der Eine-Welt-Arbeit und in Gremien, begleitete viele Jahre das Gemeindeteam St. Maria und war Ansprechperson der Kita St. Rafael. Besonders am Herzen lag ihr die Frauenarbeit. Im Rahmen des Gottesdienstes erinnerte Elvira Rich-Armas daran, wie Frauen als Diakoninnen selbstständig und autoritativ in der frühen Kirche wirkten. Als Beispiel nannte sie Diakonin Phöbe (Röm 16,1–2), eine gewichtige Stimme der frühen paulinischen Missionsbewegung im ersten Jahrhundert nach Christi. 
 
„Frauen – das war unser gemeinsamer Schwerpunkt“, sagte Anni Fischer, die als Ehrenamtliche im Pfarrgemeinderat und im Gemeindeteam viele Jahre Wegbegleiterin von Elvira Rich-Armas war. Vieles habe man gemeinsam ausprobiert, wie die Gruppe „Kirchenträume“, die den Kirchenraum neu erlebbar machte. „Unvergesslich ist mir, dass du die Stühle hier im Labyrinth aufgestellt hast und alle durch die verschlungenen Wege mussten, um zu ihrem Platz zu gelangen“, schilderte Anni Fischer eine „umwerfende Erfahrung“.

Auch die deutschlandweite Bewegung Maria 2.0 griffen die Kehler Frauen auf und tauften sie „Frauen bewegen Kirche“. „Denn das wollten wir doch: bewegen, andere Formen der Liturgie, des Feierns, eben neuen Wein in alte Schläuche bringen“, betonte Anni Fischer. Für diesen neuen Wein setzt sich Elvira Rich-Armas auch im Vorstand des „Netzwerks Diakonat der Frau“ ein.
 
Die Gemeindereferentin am Altar mit den beiden Pfarrern Karlheinz Kläger (links) und Alois Balint (rechts).
Diakonin Ulrike Grössel überbrachte Grüße aus Straßburg von Pfarrerin Roos Van De Keere und dem Team der Krabbelgottesdienste. Sie erinnerte daran, wie die Gemeindereferentin an der Realisierung der ökumenischen und bilingualen Krabbelgottesdienste mitgewirkt hat. Und auch die ökumenischen Narrengottesdienste seien ihr in guter Erinnerung geblieben. „Elvira war für mich eine Kollegin, mit der ich immer sehr gerne zusammengearbeitet habe“, sagte Diakonin Grössel. Pfarrer Andreas Bordne von der Evangelischen Kirchengemeinde Kehl hob das Anliegen der scheidenden Gemeindereferentin hervor, mit Leib und Seele präsent zu sein. „Wenn sie betete, dann betete sie, wenn sie redete, dann redete sie“, betonte er. Diese Haltung sei ein wunderbarer Boden für die ökumenische Zusammenarbeit gewesen. 
 
Herzliche Umarmungen und Geschenke drückten die Wertschätzung für Elvira Rich-Armas aus. Die engagierte Mitarbeiterin der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau wird nicht gänzlich in den Ruhestand gehen, sondern weiterhin als Seelsorgerin für Seelsorgende für den Mittleren Oberrhein aktiv sein.