Augenzeuge Prof. Dr. Abed Schokry im Stadtteilzentrum Innenstadt
Offenburg. Ein Augenzeuge spricht am Sonntag, 4. Oktober, 17 Uhr über den Krieg im Gazastreifen.
Die katholische Friedensbewegung "Pax Christi" und "amnasty international" haben den ehemaligen Vizedekan aus Gaza-Stadt, Prof. Dr. Abed Schokry, am 4. Oktober, 17 Uhr, in das Stadtteil- und Familienzentrum Innenstadt (Stegermattstraße 24) eingeladen.
"Auch wenn offiziell ein Waffenstillstand gilt, geht der Völkermord im Gazastreifen weiter", schreibt Pax Christi in der Vorankündigung. Seit Oktober 2025 seien mehr als 1000 Palästinenserinnen und Palästinenser im Gazastreifen getötet worden. Die israelische Armee weite ihre Besatzungszone immer weiter aus und schnüre die in Trümmern lebende Bevölkerung immer wieder von der Versorgung ab.
Prof. Dr. Abed Schokry, ehemaliger Vizedekan von Gaza-Stadt.
Prof. Dr. Abed Schokry hat die Hölle in Gaza selbst erlebt. Er berichtet aus erster Hand. Vom Alltag zwischen Angst und Hunger. Von der verzweifelten Suche nach dem Nötigsten. Vom Zusammenhalt der Menschen. Und er spricht über das, was mit den Hörsälen und Schulen verschwindet: die Zukunft einer ganzen Generation. Kinder, die seit Jahren nicht zur Schule gehen. Studierende ohne Universität. Bildung und Kultur als Ziel der Zerstörung.
Aber er sieht auch eine Vision auf Basis der widerständigen Kraft der palästinensischen Bevölkerung, genannt Sumud. Die kann allerdings erst Realität werden, wenn Deutschland und Europa nach Völkerrecht und Menschenrechten handeln, so wie es im Assoziierungsabkommen zwischen EU und Israel vorgesehen ist. "Bisher zeigte sich Deutschland jedoch in der EU und bei der UNO als Verteidiger Israels und nicht als Verteidiger des Völkerrechts", informiert Pax Christi.
Zur Person
Prof. Dr. Abed Schokry wuchs mit elf Geschwistern in Gaza- Stadt auf. Nach seinem Abitur kam er 1990 nach Deutschland und studierte an der Technischen Universität Berlin Medizintechnik. Nach seiner Promotion kehrte er 2007 nach Gaza zurück und lehrte jahrelang an der Universität Gaza Arbeitswissenschaft und Qualitätsmanagement, zuletzt als Vizedekan. Im Oktober 2023 wurde seine Universität zerbombt. Über 200 Tage harrte er mit seiner Frau und fünf Kindern im Gazastreifen aus, mehrfach vertrieben, in Notunterkünften. 2024 gelang ihm die Flucht über Ägypten nach Deutschland. Viele seiner Verwandten und Bekannten sind unter den über 70.000 Getöteten. Heute lebt er in Bonn.